Bei herrlichem Sonnschein und mit viel Ehrgeiz machten sich Behinderteneinrichtungen aus drei Bundesländern (Hessen, Bayern, Thüringen) am vergangenen Samstag auf den Weg ins Biosphärenreservat Rhön, um dort die überwuchernde Lupine einzudämmen und diese letztlich als schöne Sträußchen an die Wanderer zu verschenken.
Wenigen ist bewusst, dass die Stauden-Lupine mittlerweile zu einem „Störenfried" in der Rhön geworden ist. Das Tanner Diakoniezentrum (Hessen) engagierte sich daher gemeinsam mit der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld (Bayern), dem Karolinenheim aus Frankenheim (Thüringen) sowie dem Bayerischen Roten Kreuz im Biosphärenreservat. Um die Überwucherung der Lupinen auf den artenreichen Wiesen einzudämmen, bildeten die Einrichtungen mit ihren Bewohnern unterschiedliche Stationen. Im Naturschutzgebiet „Lange Rhön" wurden die Stauden bereits in den Morgenstunden geschnitten, anschließend gebündelt und letztlich als Sträußchen gesteckt.
Im Rahmen des Freiwilligenprogramms „Ehrensache Natur" machten sich insgesamt 80 Menschen mit und ohne Behinderung für den Naturschutz stark und setzen sich mit ihren ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen ein. Viele Menschen mit Behinderung verstehen sich als selbstbewusste, verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger. Sie brauchen Hilfe, möchten sich aber auch selbst für andere oder eine gute Sache einsetzen. So haben Sie sich für einen Tag in ihrer Heimat, der Rhön, mit Begeisterung stark gemacht und empfingen gleichzeitig Stolz und Anerkennung für ihre Arbeit.
Zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung am Informationshaus am Schwarzen Moor konnten Kreisbeigeordneter Alfred Metz für den Landkreis Fulda und Siegrid Kürschner als Behindertenbeauftragte des Landkreises Schmalkalden-Meiningen begrüßt werden. Thorsten Kirchner (Rancher der Wildland-Stiftung Bayern) unterstrich den hohen Stellenwert des Einsatzes: „Es geht hier nicht um eine symbolische Aktion, sondern es wird richtig etwas bewirkt." Denn mit seinem Kollegen stellte er bereits zum Mittag fest: „Wir haben mindestens 20 Mio. Lupinensamen eingesammelt und vernichtet."
Am Nachmittag brachen die Behinderteneinrichtungen erneut zum Einsatz auf, um weiter akribisch jedes Pflänzchen, das sie erblickten, zu vernichten. Nach getaner Arbeit hieß es zum Abschluss: gemütliche Runde mit Kaffee, Kuchen und handgemachter Musik, auf dass es im nächsten Jahr eine Fortsetzung gibt!
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